
24.11.2007 - Juhu! Endlich mal ein Turnier bei Berlin, nicht wie sonst in Hamburg, Lübeck oder Stuttgart. Also Ausschlafen, sprich um sechs statt um halb vier aufstehen und mit der Straßenbahn zum Turnier.
Kurz vor neun betrat dann unser Wun Hop Kuen Do-Team die Halle in Eichwalde. Leider starteten unsere (Erwachsenen-) Klassen erst am frühen Nachmittag, viel Zeit also. Spontaner Federfußball und der gute Teamgeist halfen wunderbar gegen Langeweile. Sihing Renaldo hatte im Gegensatz zu uns viel zu rennen und zu erledigen, da die Turniergestaltung erheblich von den uns bekannten Kampfsportturnieren abwich und es deshalb nicht ganz klar ist, wer in welchen Klassen wann starten konnte.
In der Zwischenzeit hatten schon die Kinder-Klassen begonnen. Zu sehen gab es vor allem Bodenkampf sowie Semi- und Leichtkontaktkämpfe. Die Formenklassen der Kinder fielen eher spärlich aus (insgesamt drei Starter). Ein reines Kickboxen Turnier also... Gegen Mittag füllte sich die Halle dann mit den erwachsenen Startern; gegen zwei die Kinder verabschiedet und sich warm gemacht für die Formen. Aber zu früh gefreut: die Formklassen waren nicht, wie üblich, als erstes dran, sondern irgendwann später. Und welche Klasse nun gerade oder demnächst starten sollte, wurde auch in keiner Weise vorher angesagt. Sämtliche Klassen wurden munter durcheinander gewürfelt und ein geordnetes Erwärmen effektiv unterbunden.
Irgendwann konnten unsere Kämpfer aber dann doch im Semikontakt-Kickboxen starten. Angetreten waren Helena für die Damen und Thomas, Daniel, Robert, Micha, Andre K. sowie Jan H. bei den Herren. Schwierigkeiten gab es leider auch bei den Kampfregeln, die nicht vorher öffentlich erläutert wurden und erst im Laufe der Kämpfe verstanden wurden.
Trotz erster Turnierteilnahme konnte Micha seinen ersten Kampf im Kickboxen gewinnen, Respekt!, doch im zweiten musste er sich knapp geschlagen geben.
Am besten schlug sich unser hyperaktives Stehaufmännchen Robert, dessen draufgängerische Art von den Regeln profitierte und der sich völlig unbeeindruckt von der gegnerischen Abwehr bis ins grandiose Kickboxen Finale vorkämpfte. Glückwunsch... Bei den Damen waren zwar nicht so viele Starterinnen wie bei den Herren angetreten, Helenas Kampf war trotzdem äußerst spannend und unterhaltsam. Nach den Semikontakt-Kämpfen erst mal wieder eine Stunde Pause.
Dann endlich sind die Formen dran. Die Waffenformklasse wurde zuerst aufgerufen. Kathi präsentierte den Langstock, Uli, Andre K., Thomas und Helena den Säbel.
Kathi führte eine richtig gute Shaolin-Gun vor.
Helena hatte zwar weiche Knie, beendete ihre Form trotzdem recht ordentlich. Für Uli lief es Bestens und wurde gleich mit dem zweiten Platz belohnt. Und das beim ersten Start in einer Waffenklasse, Glückwunsch!
Andre und Thomas präsentierten ihre Formen gut und mit viel Tempo, kamen beide ins Stechen um den dritten Platz, wobei Thomas es letztlich aufs Treppchen schaffte. Die Empty-Hand-Formen liefen für uns leider nicht ganz so gut. Überraschend war die Mischung von Hard- und Softstyle sowie die nichtvorhandene Gurteinteilung (übrigens bei allen Klassen). Jan und Kathi waren beide zufrieden mit ihren Formen, konnten jedoch nicht gegen die hohen Gurte bestehen. Uli lief ihre Form zwar gewohnt souverän, wäre aber fast raus gekommen. Für einen Podestplatz reichte es diesmal nicht.
Das Highlight des Tages kam dann ganz zum Schluss: Micha stellte sich auf seinem ersten Turnier nicht nur den Semikontakt Kickboxern, sondern lies sich auch für die Leichtkontaktkämpfe einschreiben und bekam in seiner Klasse prompt einen sehr erfahrenen Gegner zugeteilt.
In den folgenden 2x2 Minuten kämpfte Micha um seine Ehre, mit sich selbst, dem Gegner, seinem Nasenbluten und letztlich ums nackte Überleben. Der Gegner schenkte Micha nichts und spielte seine Erfahrung eiskalt aus, kassierte aber streckenweise auch mehr als nur eine Faust.
Micha kämpfte mit viel Mut und Courage, konnte seinem Gegner letztlich aber nicht die Stirn bieten. Macht aber nichts, denn das war für ihn sicher ein unvergesslicher Kampf. Für uns auch. Anstatt von Fäusten gab es dann einen Hagel von Respektbekundungen und Genesungswünschen. Auch hier noch mal: „Respekt für diesen Kampf, Micha“!
Bei der anschließenden Siegesfeier konnten wir vier Pokale einsacken. Dann ging es gegen 20:30 mit gemischten Gefühlen endlich nach Hause. Wir hatten trotz aller Widrigkeiten viel Spaß auf den Berlin Brandenburg Open 2007, was sicher auch an der großen Unterstützung aus unserem Berliner Wun Hop Kuen Do-Team lag.
Wir danken daher Gwynedd M., Katrin T., Andre D. und Freundin, Nico A., Alexander D., Roberts Freundin, Daniels Schwester und Conny sehr fürs Daumendrücken!
Ulrike S. und Jan H.
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