BildBild 2Bild 3Bild 4Bild 5

San Chuan Shi Do - Kung Fu Schule Berlin

Pankow/Prenzlauer Berg/Weißensee

FAQ – häufig gestellte Fragen

Fragen und Antworten zu Kampfkunst, Kampfsport und Selbstverteidigung




Was ist Kampfkunst, was ist Kampfsport?


Viele alte Kriegskünste wurden im Laufe der Jahrhunderte durch wirksamere Systeme oder neue Waffen abgelöst, kamen so aus der Mode und gerieten nach und nach in Vergessenheit. Da man aber erkannte, dass den alten Kriegskünsten nützliche, erzieherische Werte innewohnten, die erhalten bleiben sollten, suchte man schon früh nach Methoden, die Kampftechniken sozusagen für friedliche Zwecke nutzbar zu machen. So erfand man diverse Schutzvorrichtungen, um möglichst gefahrlos üben zu können und dabei aber die Wirksamkeit der alten Kriegskünste zu erhalten.


Daraus kann man folgern, dass Kampfsport aus der Kampfkunst entwickelt wurde und interessant und wertvoll bleibt, wenn es gelingt, die alten Kunstfertigkeiten, ihre geistigen Werte und ihre ursprüngliche, kriegerische Effektivität zu wahren und sie gleichzeitig so zu entschärfen, dass - unter Beachtung von Regeln und Sicherheitsmaßnahmen - ein ungefährliches Training bzw. ein Wettkampf mit kalkulierbarem Risiko möglich ist.






Was ist Kung Fu?


Kung Fu ist der westliche Begriff für das chinesische Gong-Fu (in China bekannt als Wushu) und heißt übersetzt "harte Arbeit".


Es ist eine moderne Bezeichnung für die chinesischen Kampfkünste. Im alten China konnte sich der Begriff Kung Fu auch auf solche Künste wie Malerei, Poesie oder Kochen beziehen, aber auch heute hat er etwas von der ursprünglichen Bedeutung beibehalten, denn um zur Perfektion, der Kunst des Kung Fu, zu gelangen, muss man hart arbeiten, viel studieren und ständig praktizieren.


Kung Fu beinhaltet nicht nur Kampfkunst und Körperertüchtigung, sondern neben anderen Künsten auch philosophische und medizinische Aspekte und wurde zur nationalen Tradition in China. Wenn man aber heute hier fragt, was Jeet Kuen DO oder SAN CHUAN SHI DO - Kung Fu ist, so erfährt man, dass es sich um Selbstverteidigung bzw. eine chinesische Kampfkunst handelt, die sich in verschiedene Stilrichtungen unterteilt, ob traditionelle oder moderne, harte oder weiche, nödliche oder südliche etc. Heute sind über 400 Kung Fu- bzw. Kampfkunst-Stile bekannt.






Was ist der Unterschied zwischen Kung Fu und z.B. Karate oder Kickboxen etc.?


Wie der Entstehungsgeschichte zu entnehmen ist, gelangten die Kampfkünste der Shaolin nach der Zerstörung des Klosters auch in andere Länder, wo sie sich weiterentwickelten. Hier ist bereits der erste Unterschied zu erkennen: das Herkunftsland. Im Fall des Karate (übersetzt: leere Hand) fand die Entwicklung in Okinawa, Japan statt. Ein weiterer Unterschied findet sich in der Bewegungsstruktur. Während das Kung Fu insgesamt eher flüssige Techniken und verschiedenste Körperhaltungen leert, arbeiten die Karate-Ka (Karate-Übende) eher statisch und mit festen Brennpunkten. Den Unterschied kann man deutlich in den Formen (Kata) sehen.

Einige Stile arbeiten eher mit tiefem Schwerpunkt, während andere hohe Stände und gesprungene Techniken bevorzugen; wieder andere vertiefen sich hauptsächlich in den sportlichen Zweikampf (z.B. Kickboxen), während der nächste sich auf das perfekte Vorführen von Formen spezialisiert.






Was macht ihr in der Selbstverteidigung bzw. im Kung Fu Training?


Beim Beginn des Kung Fu Trainings wird meistens die Aufwärmung des Körpers mit Konditionsübungen verbunden, d.h. beispielsweise Training bestimmter Muskelgruppen, Ausdauertraining, Übungen zur Koordinationsverbesserung, Anspannungs- und Entspannungsübungen, Partner- und Reaktionsübungen u. s. w. Zunächst gibt es ein technisches Training, bei dem der Schüler die Basis seiner Kampfkunst erlernt, d.h. Einzeltechniken wie Schläge, Tritte, Blocks, Stände und im Weiteren erste Kombinationsmöglichkeiten und Kontertechniken gegen Angriffe verschiedenster Art, ob mit oder ohne Waffe, geschlagen, getreten oder gegriffen etc. Darauf aufbauend gibt es ein Training, wie man lernt, diese Einzeltechniken oder auch Kombinationen am Partner anzuwenden oder seine Technik an Airbags oder Pratzen (das sind Schutzpolster für den Partner) auszuprobieren.

Dann gibt es ein Formtraining, bei dem die Einzeltechniken zu einer festgelegten Folge zusammengesetzt wurden, sodass eine Art Kampf gegen imaginäre Gegner entsteht. Dieses Training schult das Gleichgewicht, die Konzentration, die Kraft, den Ausdruck, den Fluss in der Bewegung und auch die Kondition und Koordination. Darauf aufbauend gibt es das Waffentraining, wo mit traditionellen, chinesischen Waffen trainiert wird, für die ein hohes Maß an Körperbeherrschung, Disziplin und gutes Timing notwendig sind.

Im Straßenkampf - und Selbstverteidigungstraining werden Verteidigungsmöglichkeiten für alle erdenklichen Angriffe und Notwehrsituationen geübt, ob in Einzelsituationen oder in Mehrfachangriffen, ob in ruhigem oder stressig lautem Umfeld, ob mit viel Platz oder auf engstem Raum. Auch gibt es darauf basierend Training mit speziellen Inhalten wie z.B. Fallschule ("wie fällt man, ohne sich zu verletzen"), Würge- und Hebeltechniken, Bodenkampf, Nutzung und Verteidigung von Alltagswaffen etc.

Letztendlich gibt es auch noch das Wettkampftraining, das die sportliche Auseinandersetzung im Zweikampf beinhaltet. Hierbei werden Schutzpolster (Hand-, Fuß-, Schienbein-, Zahn- und/oder auch Kopfschutz) getragen, die das Verletzungsrisiko senken sollen. Hierbei sei nochmal erwähnt, dass, entgegen allen weitläufigen Meinungen, es im Kampfsport viel weniger Verletzungen gibt als zum Beispiel im Fußball oder Handball. Zudem gibt es gewisse Regeln, die aus der Kampfkunst einen Kampfsport machen, und umgedreht!






Braucht man unbedingt eine gute Kondition um im Kampfsport weiterzukommen?


Wer an Sport denkt, assoziiert damit als erstes körperliche Anstrengung, Schweißausbrüche, Erschöpfung und heftige Atmung, verbunden mit einem hohem Puls. Natürlich gibt es auch Sportarten, die andere Merkmale aufweisen. So wird z.B. auch Schach oder das Angeln von manchen Leuten als Sport bezeichnet. Das Wort "Sport" kommt aus dem Lateinischen: "se deportare" = sich belustigen, ergötzen!

Bei den Kampfsport- und Kampfkunststilen muss man unterscheiden zwischen den Kampfsportschulen, die reine Selbstverteidigung lehren und solchen, die Kampfkunst in allen Bereichen lehren. Diejenigen Kampfsportschulen, die mehr auf der Selbstverteidigung aufbauen und die körperliche Fitness bzw. Kondition im Kampfsport für nicht so wichtig halten, da sie ihren Kampfstil evtl. für unfehlbar halten, sollten sich vielleicht mal fragen, was passiert, wenn ein Angreifer genauso gut ist wie man selbst und eine bessere Ausdauer hat; oder man wird von mehreren Personen bedroht, dann ist eine gute Kondition von Vorteil.


Das soll jetzt aber nicht heißen, dass Kondition die Voraussetzung ist, um eine Kampfkunst zu erlernen.


Wer ernsthaft daran interessiert ist, seine Kampfkunst länger zu studieren, der wird das entsprechende Training mitmachen und dort alle erforderlichen Kenntnisse und Fertigkeiten erlernen und, falls erforderlich, auch die notwendige Kondition aufbauen. Wer sich seiner Trainingsmotivation bewusst ist und von dem Stil, den er erlernt, überzeugt ist, der wird um seine Möglichkeiten wissen und sich entsprechend weiterbilden; oder er wird früher oder später mit seinem Stil nicht mehr zufrieden sein und sich nach neuem umsehen.






In welchem Alter sollte man das Training einer Kampfkunst beginnen?


Für das Training einer Kampfkunst ist es eigentlich nie zu spät, es gibt für jeden etwas zu gewinnen.


Sinnvoll für eine Ausbildung in einer Kampfkunst mit der ganzen Bandbreite (mit Form, Waffen, Straßenkampf, Wettkampf usw.) ist natürlich ein möglichst früher Start, da man in der Jugend (z.B. in der Schulzeit) noch die meiste Energie, die längste Ausdauer und oft auch die Zeit dafür hat. In China beispielsweise gehört man mit zwanzig Jahren in den Kampfkünsten schon zum alten Eisen. Ab dann kann man höchstens noch als Trainer aktiv sein, weil es heißt, dass dann der beste, aktivste Lebensabschnitt schon vorbei und man nun nicht mehr voll belastbar sei.


In der westlichen Welt haben dagegen schon unzählige Kampfkünstler das Gegenteil bewiesen und selbst in fortgeschrittenem Alter noch Höchstleistungen erzielt; teilweise wurden sogar nationale und internationale Rekorde aufgestellt. Diese Leute haben dann in der Regel schon viele Jahre Training hinter sich, was wiederum darauf schließen lässt, dass sie schon in jungen Jahren mit dem Kampfkunst Training begonnen haben; mit Ausnahme von solchen Talenten, die sich trotz späten Einstiegs schnell nach oben gearbeitet haben.






Begünstigt die Beschäftigung mit Kampfsport aggressives Verhalten?


Ein großer Teil der Anfänger hat den ersten Schritt in eine Kampfsportschule sicherlich gemacht, um zu lernen, sich selbst verteidigen zu können und sich für den "Ernstfall" zu wappnen. Leider werden sie oft geleitet von falschen Vorstellungen über das Erlernen "unfehlbarer Selbstverteidigungs-Techniken im Schnellverfahren". Sie erhoffen sich, mit möglichst wenig Aufwand das Ziel zu erreichen, in Auseinandersetzungen überlegen bzw. "unbesiegbar" zu sein. Aber wer seine Verteidigungsfähigkeit wirklich steigern möchte, wird sich vor längerfristigem, ernsthaftem Training nicht drücken können.


Mit der Zeit lernt der Übende sich selbst und seine Techniken besser kennen und weiß um ihre Wirkung. Sowohl im Training als auch auf Turnieren wird von ihm ein hohes Maß an Disziplin abverlangt, so dass er lernt, seine jüngeren Mitschüler und Kampfsportgegner mit Respekt und sportlicher Fairness zu behandeln, sich selbst zu beherrschen und seine Techniken zu kontrollieren. Wer das gelernt hat, ist nicht nur aus juristischen Erwägungen bei der Anwendung seiner Fertigkeiten gegenüber Laien vorsichtig.


Er ist fähig, seine Aggressionen zu zähmen und reagiert auf Bedrohung und Beleidigungen mit Kontrolle und Selbstbeherrschung.



Zurück zur FAQ-Übersicht







RSS-Grafik RSS-Feed abonnieren


Social Bookmarks:  Seite bei Mister Wong speichern  Seite bei LinkARENA speichern  Seite bei Google speichern  Seite bei Delicious speichern  Seite bei Yahoo! speichern




  • © San Chuan Shi Do - Kung Fu Schule Berlin |
  • Sitemap |