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San Chuan Shi Do - Kung Fu Berlin

Pankow/Prenzlauer Berg/Weißensee

Kampfsportturnier in Hamburg 2009

Lehrer und Schüler bei Europameisterschaft erfolgreich - und holten insgesamt 7 Pokale


v. l.: Adrian B., Thomas K., Aurelia O., Sihing Renaldo, Jan H., Andre K.

Die Vorbereitung der Sieger

Samstag der 6.6.2009. Wie jedes Jahr zu dieser Zeit ist an ein entspanntes Ausschlafen nicht zu denken. Statt sich gemütlich in den Laken zu wälzen wurden gegen 5.00 Uhr morgens die Träume jäh vom Klingeln des Weckers unterbrochen. Duschen, Sachen suchen, vielleicht noch was essen und dann los, um 7 Uhr wird sich mit ein paar ähnlich gesinnten getroffen.

Wozu das Ganze? Die European Open standen mal wieder vor der Tür und sind der Grund für eine Menge Unverständnis im Bekanntenkreis. Der ganze Aufriss nur um ganz schnell Geld loszuwerden, sich auf die Köpfe zu schlagen und einen ganzen Tag in der Halle zu verbringen. Aber so ist das Leben als Schüler des Kung Fu nun mal. Und man ist ja auch nicht alleine damit. An diesem 6. Juni zu sechst. Zumindest in Berlin. Sihing Renaldo, Thomas K., André K., Aurelia O., Jan H und Adrian B. fanden sich ein um später mit einer noch größeren Anzahl von Leuten ganz schnell Geld loszuwerden, sich auf die Köpfe zu schlagen und einen ganzen Tag in der Halle zu verbringen. Kurz nach sieben die erste Ernüchterung: ein Auto muss umgetauscht werden – ein Blinker geht nicht und eine Warnleuchte blinkt die ganze Zeit. Eine halbe Stunde später geht es dann endlich auf nach Hamburg.



Die ersten Kämpfe und die Premiere

Dort angekommen erst einmal die Anmeldeformulare ausfüllen und das besagte Geld loswerden, dann umziehen und ein Plätzchen für die Taschen ergattern. Nach der Begrüßung ging es dann auch gleich zügig mit den Klassen los, wobei Leichtkontakt parallel zu den Formklassen ausgetragen wurde. Das sorgte für einigen Stress, da Thomas, Aurelia und Jan so gleich doppelt eingespannt waren.

Aber zuerst stand eine Europapremiere an und zwar von Adrian. Erst am Montag von Sigung Al Dacascos erlernt präsentiert er als erster und einziger die Internationale WHKD-Form. Dies als Weißgurt und mit guten Bewertungen. Eine Platzierung war leider nicht drin.



Die Formen- und Waffenklassen

Aufgrund sehr vieler Starter wird die ursprüngliche Grün-Braun-Klasse in Grün und Blau-Braun gesplittet. Jan präsentiert die Tai Yat Pai, André die Nan Pai und Thomas die Yin Chong Tai Yat Pai. Keine Überraschungen bei der Formenwahl also. Mit den Leistungen waren die Starter zufrieden, gegen die wirklich zahlreiche Konkurrenz konnte man sich jedoch nicht erfolgreich durchsetzen.

Bevor eine der beiden Klassen auch nur zur Hälfte durch war wurde schon zur Weiß-Grün-Waffenklasse gerufen. Jan startete zum ersten Mal mit Langstock und der Shaolin-Gun. Passable Form, durchschnittliche Wertungen und keine Zeit zum Verschnaufen, der Leichtkontakt war schon angefangen. In der Blau-Braun-Waffenklasse läuft André ebenfalls die Shaolin-Gun, Thomas seine Quon Do-Form. Parallel waren auch schon die Grün-Braun Damen zur Empty-Hand-Form angetreten, Aurelia mit der Siu Wan am Start.



Aurelia beim Leichtkontakt 3. Platz geholt

Der Leichtkontakt-Kampf

Dann ein bisschen Stress, die richtige LK-Schutzbekleidung muss angelegt werden. Man darf nur mit harten 10 oz Handschuhen, Mund-, Kopf-, Tief-, Schienbein- und Fußschützern antreten.

Sihing war leider verhindert, zuerst durch eigene Schiedsrichtertätigkeit und später durch Starts in bescheidenen fünf Schwarzgurtklassen. So musste der Leichkontakt selbst gecoacht werden. Als erster war Jan an der Reihe und musste feststellen das drei Minuten gaaaanz schön lang sein können. Also nichts mit nur mal so zum Spaß antreten, hier ging es ums blanke Durchhalten.

Der Gegner war dagegen erfahren und so hatte Jan im Endeffekt keine Chance und kam folgerichtig auch nicht weiter. Als nächstes hatte Aurelia ihre Premiere im LK. Sie legte gut los und dominierte den Kampf klar. Nach etwa einer Minute musste der jedoch durch starkes Nasenbluten von Aurelia unterbrochen werden. Mit einem Taschentuchpfropfen in der Nase ging es dann weiter und der Sieg hochverdient an Aurelia. Der nächste Kampf, das Halbfinale in dieser Klasse, war wesentlich umkämpfter.

Die Gegnerin war jedoch ein Tick besser und konnte sich ins Finale kämpfen. Aurelia hat sich dennoch sehr gut geschlagen und auch verdient den Pokal für den 3. Platz mitgenommen. Als letzter Berliner ging Thomas an den Start. Der Gegner kam mit Thomas’ Offensivdrang nicht zurecht, mit dem hohen Tempo nicht klar und konnte seine Deckung nicht richtig halten. Er gab nach der Hälfte der Zeit den Kampf auf und Thomas kam in Runde 2. Dort wartete ein sehr erfahrener Gegner, der Thomas alles abverlangte.

Leider konnte Thomas seine Reichweitenvorteile nicht voll ausnutzen und musste die drei Minuten fast vollständig in Nahdistanz kämpfen. Letztendlich war der Gegner in dem ständigen Schlagabtausch im Vorteil und konnte Thomas den Sieg abringen. Trotz der Niederlage aber eine sehr gute Leistung. Dank an Aurelia, die Jan in seinem Kampf gecoacht hat, und an Jan, der diese Aufgabe bei Aurelia und Thomas übernahm.



Sihing Reanldo bei der Siegerehrung in der Ü 35 Waffen-Klasse

Die Schwarzgurt-Klassen

In der Zwischenzeit hetzte Sihing von einer Klasse zur nächsten. Starts in den Schwarzgurtklassen Empty Hand und Waffe in der normalen sowie der Über-35-Gruppe standen an.

Zusätzlich hatte er Thomas und André am Morgen in Berlin noch spontan zur Partnerform mit dem Säbel verpflichtet. Und das trotz einer Verletzung am Bein von einem Spontanbesuch bei einem Kölner Turnier am Samstag vor einer Woche mit 7 Starts (5x 1. Platz, 1x 2.Platz). Man hat auch sonst nichts zu tun. Präsentiert wurden die Pak Pai 6 und Schwertform (Klasse Ü35, 1. Platz und 3. Platz) und die Pak Pai 8 und nochmals die Schwertform (Klasse Alle Schwarzgurte, 3. Platz und keine Platzierung).

v. l.: Thomas, Sihing Renaldo und Andre bei der Siegerehrung der Synchron-Formen-KlasseWährend der zweiten Schwertform wurde Sihing Renaldo jedoch durch eine unachtsame Teilnehmerin, die über die Kampffläche lief, beeinträchtigt.

In der offenen Partnerform konnten Sihing, Thomas und André sensationell und ohne Übung den 3. Platz erringen und damit den ersten Schul-Pokal für die Kung Fu Schule Berlin gewinnen.




Der Semikontakt-Kampf

Nach Beendigung der Formenklassen ging es nahtlos mit den Semikontaktklassen weiter. Auch hier wurde Sihing gerne als Kampfrichter genommen und konnte leider nicht alle Kämpfe coachen. Jan startete in den -75kg und 75kg-Grüngurtklassen. Zwei knappe Erstrundenkämpfe und -niederlagen später war man wieder um ein paar Erfahrungen reicher. Und die sind auch schließlich wichtiger als Pokale holen. Wer will denn schon erster werden?

Wie sagte ein weiser Meister des Karate einst sinngemäß:
‚Verschwende keinen Gedanken ans Gewinnen, lerne aber, nicht zu verlieren’.

Bei den anderen Startern lief es dann auch besser. Aurelia konnte sich in der Weiß-Grün +65kg-Klasse mit einer weiteren hervorragenden Leistung ein weiteres Mal bis ins Halbfinale kämpfen.Thomas (links) bei der Semikontakt Siegerehrung Dort musste sie sich zwar der Gegnerin geschlagen geben, hatte dennoch ihren zweiten Pokal eingesackt. Wirkliches Highlight im Semikontakt war jedoch Thomas. In der Blau-Braun -75kg-Klasse waren einige hervorragende Kämpfer angetreten, unter anderem auch mindestens ein zukünftiger A-Kampfteam-Kandidat.

Doch er und andere hatten das Pech den Weg von Thomas zu kreuzen, und zwar ohne um Erlaubnis zu bitten. Resultat waren Kämpfe auf sehr hohem Niveau die sämtlichst mit einem Weiterkommen von Thomas und einem weiteren geplatzten Traum endeten. So fand sich Thomas dann auch folgerichtig im Finale wieder. Diesmal hatte jedoch Thomas seinen Meister gefunden und musste sich geschlagen geben. Dennoch ein exzellentes Resultat mit ausgezeichneten Kämpfen das definitiv verdient war.



Das Warten auf die Grandchampion-Ausscheidung

Dann hieß es erstmal tief durchatmen, denn bis zu Sihings Start bei der Grandchampion-Ausscheidung war nichts weiter zu tun. Also widmete man sich den noch laufenden Kämpfen in den Schwarzgurtklassen und bekam noch einige schöne Aktionen zu sehen. Die Halle lehrte sich dann auch zusehends da die meisten Starter fertig waren. Die Kampfflächen wurden abgebaut und die letzten Zuschauer sammelten sich um die in der Mitte neu gebaute Grandchampionfläche. Als Bonus gab es eine Präsentation eines Qigong-Großmeisters.

Dann wurden die Grandchampion-Kämpfe ausgetragen. Leider hatten einige neue Teilnehmer etwas an der Punktevergabe auszusetzen und gaben dies nervenderweise lautstark bekannt. Dann das letzte Highlight des Abends – Grandchampion der Formen, Sihing mit seiner siegreichen Pak Pai 6 dabei. Hervorragend begonnen machte ihm die Beinverletzung einige Bewegungen vor Ende der Kuen einen Strich durch die Rechnung und er musste die Form abbrechen. Schade…



Bis zum nächsten (Jubiläums) Turnier

Jetzt aber endlich nach Hause. Sihing Renaldo und Thomas blieben noch über Nacht um die Kids Open zu unterstützen und als Schiedsrichter aktiv zu sein. Den Job des Fahrers übernahm dann André, der uns auch sicher durch die verregnete Nacht nach Berlin kutschierte.

So endete dann auch wieder ein äußerst unterhaltsamer und ereignisreicher Tag auf dem Turnier und jedem der sich noch nicht zu einer Teilnahme durchringen konnte sei wärmstens ans Herz gelegt das zu ändern. Denn nächstes Jahr sind wir wieder am Start, dass steht fest – dann haben wir unser Jubiläums-Turnier.
Jan Hasselmann



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