Wir schreiben Samstag, den 21.05.2011. Morgens um 9 trifft man sich wie üblich vor dem Fit Point, diesmal um das inzwischen jährlich stattfindende Family Masters zu besuchen. Im Gegensatz zu den letzten Jahren wurde der Termin von Oktober auf Mai vorverlegt. Sehr vernünftig, da die Open bekanntermaßen nicht stattfinden und so trotzdem ein großes Familientreffen stattfinden kann. Dieses Jahr mit dabei sind: (selbstverständlich) Sihing Renaldo, Andre K., Jan H., Björn B., Martin K. und Jonas F. Um kurz nach neun waren wir dann auch schon unterwegs. Bedingt durch einige Umleitungen und Baustellen musste zwischendurch ordentlich aufs Gas gedrückt werden, aber um kurz vor 13 Uhr standen wir in Hamburg auf der Matte. Schnell bezahlen, umziehen und schon ging es los!
Zuerst wurden noch die Kinder verabschiedet die gerade ihre Trainingseinheiten absolviert hatten. Anschließend eine kurze Ansprache, Vorstellung der Lehrer und Gäste und Einteilung der Gruppen. Und das Foto für den Newsletter wurde noch geschossen. Als Gäste waren Sifu Chris, Freund des WHKD aus den Anfangstagen und ein Lehrer als Vertreter des Krav Maga (ein israelischen Systems), zugegen. Die Gruppen wurden wie folgt aufgeteilt: Anfänger (weiß-orange), Mittelstufe (grün/blau) und Fortgeschrittene (braun/schwarz). Insgesamt gab es für jeden drei verschiedene Einheiten, inhaltlich je nach Gruppe variierend. Die Anfänger wurden aufgrund ihrer großen Anzahl nochmal halbiert und wurden entweder von Sigung Michael im Eskrima oder vom Krav Maga Lehrer im Bodenkampf unterwiesen.
Die Fortgeschrittenen wurden von Sifu Winfried an verschiedene Varianten des 4 Count mit zusätzlichen Schlägen und bis zu vier Partnern herangeführt. Neben den interessanten Erweiterungen lag das Hauptaugenmerk auf der Aufmerksamkeit und der Umsicht in einer Kampfsituation. Sifu Emanuel übernahm die Braun-/Schwarzgurte und ging mit ihnen einige Kampf-Drills durch. Bei den Gelbgurten wurden nun die Gruppen getauscht während die anderen Gurte gemischt wurden und vor der Wahl standen entweder Bodenkampf zu machen oder Formaufarbeitung bei Sigung Christian. Die Bodenkampfeinheit bekam einige Techniken zur Befreiung aus Klammergriffen sowie das Setzen von solchen beigebracht. Sigung Christian ließ kurz die 18 Hände partnerweise im Spiegel laufen, um dann anschließend die Fire Tiger komplett durchzugehen und zu erklären.
Den Abschluss bildete Professor Al Dacascos dann mit der dritten Einheit. Er konzentrierte sich vor allem auf den Konter von Angriffen die mehr oder weniger überraschend kommen und unsere Reaktion darauf. Anstatt zu blocken oder versuchen auszuweichen (was bei überraschenden Attacken eher selten gelingt) sollen wir uns angewöhnen direkt in den Gegner zu gehen, auf Infight-Distanz. Dazu gab es dann noch entsprechende Takedowns und Konter.
Nach knapp dreieinhalb Stunden war dann der Lehrgang zur Unzufriedenheit aller beendet – denn man wollte noch mehr trainieren! Als Entschädigung gab es noch eine Überraschung: unter den anwesenden Schwarzgurten wurden noch die Graduierungen vorgenommen! Die konkreten Graduierungen kann man auf der offiziellen WHKD- Website nachlesen.
Mit dem Ende des Lehrgangs war der Tag aber noch lange nicht zu ende. Denn nun wurde zum allgemeinen Plausch in den Beach Club im Stadtpark geladen. Diesem Aufruf wurde auch mehrheitlich gefolgt und so trafen sich fast alle bei Essen und Trinken in der Hamburger Abendsonne wieder. Dort wurde dann bis in die späten Abendstunden geschnackt und etliche Anekdoten aus den hunderten Jahren versammelter Kampfkunsterfahrung zum Besten gebracht.
Als wir uns dann kurz vor 22 Uhr Richtung Berlin aufmachten saßen immer noch Dutzende WHKDler beisammen und wer weiß, vielleicht sitzen einige ja noch heute!
Gegen 2.00 Uhr stiegen wir dann in Berlin aus den Autos und machten uns zielstrebig in Richtung Nachtlager auf.
An alle die es dieses Jahr nicht geschafft haben: kommt nächstes Jahr mit! Ein so großes Zusammenkommen der 1. Generation gibt es nicht alle Tage und vor allem ein Lehrgang bei Professor Al Dacascos gehört zu den Dingen, die man unbedingt gemacht haben sollte. Seine beeindruckende Präsenz und sein Wissen und Verständnis um die Kampfkunst rechtfertigen den geringen Kostenaufwand in jedem Fall. Bis zum nächsten Jahr.
Jan Hasselmann
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